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Warum Fehlerkultur so wichtig ist.

Warum Fehlerkultur so wichtig ist.

Veröffentlicht am
6.3.2024
Warum Fehlerkultur so wichtig ist.

Bild: Brett Jordan via Unsplash

Es war einmal ein Mann, der eine Glühbirne bauen wollte. Auf der Suche nach einem geeigneten Leuchtdraht probierte er zweitausend verschiedene Materialien aus. Keines davon erzielte das gewünschte Ergebnis. Frustriert schimpfte sein Assistent: „Die ganze Arbeit ist umsonst. Wir haben unsere Zeit verschwendet und sind kein Stückchen weiter gekommen.”


Doch der Mann lächelte nur ruhig und selbstbewusst. „Wir haben eine Menge gelernt”, antwortete er. „Wir wissen nun, dass es zweitausend Materialien gibt, die sich nicht für einen Leuchtdraht eignen.”


Der Mann war Thomas Edison.

Bild: Alexas Fotas via Unsplash


Seit eh und je erzielen Menschen Misserfolge. Fehler gehören zum Leben dazu und sind sogar substanziell für unsere gesamte Menschheitsgeschichte. Nur durch das trial-and-error-Prinzip konnten wir Menschen uns weiterentwickeln. Vom Feuer über Penicillin bis hin zu Flugzeugen: Unsere Vorfahren mussten neue Entdeckungen immer erst ausprobieren, dabei auf Schwachstellen stoßen und die Ideen dann mit kontinuierlicher Iteration verbessern. Den dabei gemachten Fehlern verdanken wir, dass wir die unterschiedlichsten Erfindungen heute in einer ausgefeilten und sicheren Variante nutzen können.


Doch wenn wir um die Wichtigkeit von Fehlern wissen, wieso haben dann so viele Menschen immer noch Angst, selbst Fehler zu machen?

Schuld daran ist der soziale Druck. Wir setzen Fehler oft mit Scheitern gleich und machen uns Gedanken, dass der Kollege oder die Chefin uns bei Misserfolgen als Versager betrachten könnten.

Bild: Josh Withers via Unsplash

Kleinkinder machen sich noch keine Gedanken über Fehler.

Wenn Kinder hinfallen, stehen sie einfach wieder auf und wagen den nächsten Laufversuch. Sie sorgen sich nicht darum, dass jemand anders sie für inkompetent halten könnte, falls sie wieder hinfallen. Und genau das macht ihre Lernkurve auch so steil. Würden sie bei jedem Schritt darüber nachdenken, was der Nachbar oder das Geschwisterkind von ihnen denkt, wenn sie hinfallen, dann würden sie deutlich zögerlicher an die Sache gehen. Das Laufenlernen würde am Ende weitaus länger dauern.


Dieser Vergleich zeigt, warum wir unsere Sicht auf Fehler dringend ändern müssen. Die Angst vor Fehlern und das daraus resultierende Zögern verschwendet nicht nur unsere Zeit, sondern kann auch dazu führen, dass wir am Ende gar nichts umsetzen. Einfach weil wir uns nicht trauen, Dinge auszuprobieren und das dazugehörige Fehlerrisiko einfach in Kauf zu nehmen.


Im Business-Kontext ist das einer der Gründe dafür, warum viele Betriebe immer noch nach dem Wasserfallprinzip arbeiten.

Das Wasserfallprinzip beschreibt eine Vorgehensweise, die ein Projekt in strikt sequenziell aufeinander folgende Phasen gliedert. Das Modell ist insbesondere aus der Softwareentwicklung bekannt und beschreibt einen linearen, nicht iterativen Prozess.


Bild: Raphael Koh via Unsplash


Mit seinen klar definierten Schritten bietet das Wasserfallprinzip Planungssicherheit und Struktur. Bereits vor dem eigentlichen Projektbeginn wird der Verlauf genauestens analysiert und konzipiert. Doch in diesem vermeintlichen Vorteil findet sich auch das Problem:

Das Wasserfallmodell lässt keine Flexibilität oder Abweichungen vom starr festgelegten Plan zu. Außerdem werden Fehler meist erst erkannt, wenn es schon zu spät ist, nämlich nachdem das Projekt bzw. bestimmte Phasen abgeschlossen wurde. 

Da das Wasserfallprinzip vor allem in der Softwareentwicklung nicht zu optimalen Ergebnissen führt, entwickelte man schnell alternative Modelle, wie beispielsweise das agile Projektmanagement (kurz: Agile, engl.), zu dem beispielsweise auch die Scrum-Methode zählt.

Wie der Name bereits verrät, steht Agile für eine agile, also bewegliche und flexible Arbeitsweise.

Zentral ist außerdem ein iterativer Ansatz. Das bedeutet, dass Projekte oder Produkte fortlaufend iteriert, also überarbeitet, weiterentwickelt und verbessert werden.

Anstatt vor Projektbeginn wertvolle Zeit in der Konzeptions- und Planungsphase zu verschwenden, laufen agile Modelle stärker nach dem trial-and-error-Prinzip ab. Die anfangs gesparte Zeit wird also stattdessen in die Iterationsphase investiert.

So lässt sich sicherstellen, dass das finale Produkt oder Projektergebnis nicht nur gut konzipiert wurde, sondern tatsächlich auch einen Realitätscheck durchlaufen hat und wirklich funktioniert.


Und was hat das Ganze nun mit Fehlerkultur zu tun?

Das Besondere am iterativen Prozess ist, dass er Fehler bereits einplant. Es wird gar nicht erst davon ausgegangen, dass alles exakt so läuft wie anfangs definiert.

Fehler werden im Prozess sogar erwartet, denn nur durch Ausprobieren können die Schwachstellen identifiziert und behoben werden.

Diese Vorgehensweise ist höchst agil, da so jederzeit flexibel auf Richtungsänderungen in einem Projekt reagiert werden kann, anstatt starr am ursprünglichen Plan festzuhalten, selbst wenn dieser sich nicht als sinnvoll erwiesen hat.

Iterative, agile Methoden sind vor allem aus der Entwicklung von Softwares und digitalen Produkten bekannt. Das ergibt auch Sinn, denn eine Produktidee kann noch so schön sein, am Ende muss das Produkt hauptsächlich funktionieren und das gut.

Was wir von Fußballschuhen über Fehlerkultur lernen können.

Die Vorteile des iterativen Ansatzes lassen sich auch an nicht-digitalen Produkten veranschaulichen.

Wenn wir an die Fußballschuhe der 80er Jahre denken, dann waren diese damals sicherlich bestens durchdacht und designt. Dennoch benötigte es zahlreiche Iterationen, Nutzertests und etliche Nachfolgermodelle, bis das Level moderner Fußballschuhe erreicht war. Die maximale Performance erreichen Fußballer nämlich nicht nur mit gut konzipierten, sondern mit immer und immer wieder getesteten und überarbeiteten Schuhen – eben mit einem iterativen und agilen Prozess.

Bild: Fachry Zella Devandra via Unsplash


Denn was wäre, wenn Adidas gesagt hätte: „Die Designskizzen für Fußballschuhe sind diese hier aus dem Jahr 1981. Das war der Plan und dabei bleiben wir jetzt, ansonsten wirkt es so, als hätten wir einen Fehler gemacht.”

Tja, dann wäre die Marke inzwischen vermutlich vom Horizont verschwunden.

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